Seit wir eine Tochter haben, hat sich viel verändert:
  1. In Prospekten sucht man nach Sonderangeboten für Babynahrung und Windeln und achtet darauf, wo man doppelte Payback Punkte erhält.
  2. Man geht als Mann in Drogeriemärkte und findet die Windel und Babynahrung im Schlaf.
  3. Man betritt zum ersten mal einen Alnatura-Laden und regt sich tierisch über die unverschämten Preise auf!
  4. Einkaufen in der Innenstadt dauert  doppelt so lange wie bisher, weil man sich mühsam eine Schneise mit dem Kinderwagen frei machen muss und in allen Geschäften ewig auf den Aufzug warten muss. Dort steht meist schon eine Schlange, so das man erst bei der zweiten oder dritten Fuhre mitfahren kann.
  5. Egal wo ich hinschaue, sehe ich nur schwangere und frisch geschlüpfte Babys. Sind mir diese Nachwuchsfluten vorher einfach nur nicht aufgefallen und wie kann es sein,  das man von Geburtenschwachen Jahrgängen redet. Für Freiburg kann das nicht gelten.
  6. In der ganzen Wohnung sind an allen strategisch wichtigen Punkten Spucktücher und Schnuller platziert.
  7. Ich bin plötzlich bereit meinen ziemlich unnötigen, aber prolligen 1500DM Surround-Verstärker gegen eine billige All-in-One Anlage einzutauschen. Die Vernunft hat gesiegt.
  8. Die Wohnung wird langsam, aber sicher auf ein quirliges rothaariges herum wuselndes Mädchen vorbereitet, das alles herunterreißt, was in Reichweite der Patschehändchen liegt.
  9. Unser bisher als Büro und Gerümpel-Kammer genutztes 3. Zimmer wurde in ein Kinderzimmer umgewandelt und somit der Arbeitsplatz ins Wohnzimmer verlegt, was leider zu ständiger Zettel-Wirtschaft auf dem Wohnzimmertisch führt.
  10. Todgeglaubte Verwandte und Bekannte melden sich plötzlich wieder.
  11. Nahezu jedes Wochenende ist durch Besuche verplant.
  12. Partys enden für uns deutlich früher als bisher, denn Mama und Papa brauchen ihren Schlaf.
  13. Man wird von wildfremden Personen beim Einkaufen angesprochen und hat sofort ein Gesprächsthema.
  14. Man ertappt sich dabei jeden Satz mehrmals zu wiederholen. „Ja, wo ist die Maya, ja wo ist die Maya? Kuckuck“, „Gehen wir Adda, na, gehen wir Adda, Maya?“Wieso zum Henker wiederholt man sich da eigentlich ständig. Ist nicht nur bei mir so, ist bei Judith das gleiche.
  15. Urin, Kot und Erbrochenes haben ihren Schrecken verloren und sind Alltag. Jeder Papa wird früher oder später angepupst und gepinkelt, vom fast täglichen wegwischen von „Bäuerchen mit Material“ brauche ich ja gar nicht erst sprechen.
  16. Man denkt über die Montage von Schränken an der Decke nach um die CD-Sammlung und PC/HiFi Geräte in Sicherheit zu bringen.
  17. Man hat Angst das „zu Bett gehen Ritual“ zu verpassen, wenn man länger arbeiten muss.
  18. Man meldet sich bei Wikipedia als Editor an um den Begriff „Ausschlafen“ neu zu definieren und aktualisiert ihn auf 8 Uhr.
  19. Die Bandscheiben sprechen plötzlich mit einem, weil man den Nachwuchs ständig herumträgt.
  20. Man wird extrem Multi-Tasking fähig. Telefonieren, tippen und Kind beschäftigen gleichzeitig.
  21. Die Abneigung gegenüber Kinderbrei wird täglich beim öffnen der Gläschen bestätigt, denn egal was draufsteht… es riecht alles nach Hundefutter (bis auf das Süße Zeug, aber das gibt’s nur ganz selten mal).
  22. Wenn man mal eine Nacht ganz allein für sich hat, schläft man unruhig und macht sich Gedanken, ob bei Oma und Opa wohl alles gutgegangen ist. Man stellt sich vor, wie Oma die ganze Nacht die Kleine durch die Gegend getragen hat und einem nachher mit blut-unterlaufenen Augen und zerzausten Haaren die Tür öffnet und sagt: „Da, nimm… ich kann nicht mehr“. Ist natürlich totaler Quatsch, denn es klappt ausgesprochen Stress frei, aber so sind Eltern nunmal. Man möchte ja auch niemandem zur Last fallen.
  23. Man freut sich Abends nach Hause zu kommen und von einem breit grinsenden und glucksenden Sonnenschein begrüßt zu werden.
  24. Nebengeräusche im Radio werden ständig als Weinen aus dem Kinderzimmer gedeutet. Man entwickelt ein sehr feines Gehör für schrille Laute und wimmern, was sich aber manchmal mit Frequenzen aus der Popstars-Staffel überlagert.
  25. Es entbrennt ein unausgesprochener Wettstreit darüber wer dem Kind seine ersten Worte entlockt. „Sag mal: Hallo Papa!“
  26. Man ist so glücklich wie nie zuvor!

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Maya Update - Tag 73

Geschrieben von Sven Jansen am 09.07.2006 in Papa Blog

##uptimer##Liebe Maya,
es sind schon wieder 2 Wochen her, seit ich den letzten Eintrag in dein Tagebuch geschrieben habe und dabei gibt es so viel zu berichten, denn in den letzten Tagen hast Du einen Entwicklungsschub gemacht.

Gewicht: ca. 5,5 kg
Größe: unbekannt (auf jeden Fall deutlich gewachsen)
Kleidergröße: 56 (geht grad noch so, sind aber bereits auf 62 umgestiegen, Judith macht extreme ebaying!)
Ration: heute zum ersten mal 200ml Milch auf die Nacht gegeben, ansonsten immer 170ml



1. Lachen und glucksen
Du siehst inzwischen viel besser und so kann man dich durch albern (Zunge rausstrecken und *blblblbl* machen gefällt dir besonders) zum lächeln und glucksen bringen.
Wenn Du wie Mama die Augen vor Heiterkeit zusammenkneifst und dein Grinsen bis an die Ohrläppchen reicht, wird mir immer wieder ganz warm ums Herz.
Ein Baby zu haben ist etwas wunderbares, auch wenn es mal stressig werden kann. Solche Momente belohnen einen immer wieder dafür und man ist sich sicher, daß es dem Nachwuchs gut geht und man alles richtig gemacht hat.

fussabdruck



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Maya Tag 48 - Morgenwäsche

Geschrieben von Sven Jansen am 15.06.2006 in Papa Blog

##uptimer##Seit ein paar Tagen bist du morgens immer sehr aufgeweckt, gluckst glücklich vor dich hin und lächelst uns an. Du strampelst auch immer mehr und Mama hat beobachtet, wie du in Rückenlage durch abstossen deiner Füße deinen Po abgehoben hast. Wenn Du in Bauchlage bist schaffst du es manchmal dich selbstständig in eine Seitenlage zu bringen. Keine Ahnung, wie du das schaffst.

Ich habe heute morgen mit der DigiCam die Morgenwäsche Prozedur von Mama eingefangen.


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Sven - allein zu Haus - diese Ruhe!

Geschrieben von Sven Jansen am 14.06.2006 in Papa Blog

Ich bin allein zu Hause… ganz alleine! Keine Judith, keine Maya… so richtig alleine. Nur ich und mein Becks Green Lemon! Diese Ruhe ist himmlisch. Es läuft kein Radio, kein Fernseher, kein MP3-Player. Nur die Tastatur meines geliebten Amilo Notebooks (quasi die Zweit-Frau… achnee, jetzt ja sogar schon die Dritt-Frau) gibt ein leises tappsen von sich, während ich diesen Blog-Eintrag schreibe.

Seit Maya auf der Welt ist, habe ich keine ruhige Minute mehr, ich würde viel mehr bloggen, wenn ich doch nur die Zeit dazu hätte.  Mein Kopf quillt nämlich über vor lauter Material, das auf die Festplatte gemeißelt werden möchte.

Normalerweise läuft es unter der Woche meist in etwas so ab:

Um 3 Uhr kümmert sich Judith um die Kleine, um 6 Uhr bin ich dran, dann um 07:45 ab ins Büro, zwischendrin zur Entspannung Blogs/News lesen (Zum bloggen habe ich da keinen Nerv und Zeit), um 18 Uhr wieder nach Hause und wenn ich dann fix und fertig die Türe rein komme, dann ist der erste Satz meistens: „Gut das du kommst, da, nimm mal deine Tochter, sie hat Hunger“. Dann füttere ich die Kleine, während Judith entweder ihren Rechner hochfährt um im Mai-Mamis Forum zu lesen, oder sich ums Abendbrot kümmert. Maya wird ab 18 Uhr meistens richtig aktiv, will „bespielt“ werden oder uns einfach nur beim Abendessen stören. Das scheint ihre Lieblingsbeschäftigung zu sein, sobald sie merkt, daß Essen auf dem Tisch steht geht der Radau los und endet abrupt, wenn wir fertig sind einhändig unser Abendbrot zu mümmeln. Sie gönnt uns das einfach nicht.
Nach dem Essen will dann Judith Aufmerksamkeit in Form von Daily-Soap-Sendungs-Beisitzen-auf-dem-Sofa, oder bittet mich, die Kleine durch die Gegend zu tragen, weil sie keine Ruhe gibt.  Was ich natürlich gerne mache. Ich liebe meine Tochter! Aber ich merke gerade auch, wie sehr mir nach nunmehr 12 Monaten Dauerstress, eine Ruhe-Oase fehlt.  Früher hatte ich diese, wenn Judith mit einer Freundin einen Frauenabend machen war, oder ich bis um 3 wach geblieben bin (Nachts bin ich sowieso am kreativsten), aber das geht seit Maya in unser Leben getreten ist einfach nicht mehr.
Wenn ich nach der 22 Uhr Fütterung dann endlich mal dazu komme den Rechner hochzufahren, dann reagiert Judith oft mit Unverständnis, weil ich doch schon den ganzen Tag an der Kiste sitze. Daß das aber beruflich ist und mit Freizeit außer, dass ich den gleichen Rechner benutze, überhaupt nichts zu tun hat, scheint sie regelmäßig zu vergessen.
Wochenends sind ständig Verwandte oder Bekannte zu Besuch. Als ich mal anmerkte, dass mir die ständigen Besuche auf den Keks gehen und ich auch mal wieder Ruhe brauche, haben wir uns ziemlich in die Wolle gekriegt.
Ich hoffe, dass in ein paar Wochen endlich wieder Ruhe einkehrt . Meine Mutter hat als praktizierende Erzieherin angeboten mal auf Maya aufzupassen. Das gibt uns beiden die Möglichkeit endlich mal wieder Zeit für uns zu finden und auch das bereits als Scheintot gemeldete Liebesleben zu reanimieren.
Ich werde in den nächsten Monaten versuchen, mir wieder mehr Zeit für mich einzuräumen um z.B. mal wieder mit dem Mountain-Bike durch die Gegend zu fahren. Mit Kind und Kegel im Schlepptau artet da ja wieder in Stress aus und die sportliche Aktivität bleibt bei dem Schneckentempo auch auf der Strecke. :-)

Damit das nicht falsch rüber kommt: Ich liebe meine Freundin und meine Tochter und bin gerne mit ihnen zusammen, aber ohne Ruhephasen in denen ich Kraft tanken kann, gehe ich ein und eine Ruhephase ist für mich eben auch am Rechner zu sitzen und in absoluter Stille mit einem Becks bewaffnet erlebtes in einem Blog-Eintrag zu verarbeiten.

Du bist jetzt schon im 2. Monat. Wie schnell die Zeit vergeht...
Mama hat sich heute Mittag ganz aufgeregt bei mir per ICQ gemeldet, weil du zum ersten mal so richtig gelächelt und genüsslich gegluckst hast. Bisher hast du ein Lächeln nur im Schlaf aufgesetzt, wenn deine Synapsen auf Dauerfeuer eingestellt waren und so die unmöglichsten Grimassen in dein Gesicht zauberten. Als ich Abends auf dich für 2 Stunden aufpassen musste, weil Mama noch in die Stadt gefahren ist, war von Lächeln aber keine Spur mehr. Du hast mir die Hölle heiß gemacht und dich nur durch Dauer-Herumtragen beruhigen lassen. Zum Glück hat Mama deine fröhlichen Momente in Ton und Bild festgehalten.

Wir haben die letzten Wochenenden das Baden nochmal geprobt und inzwischen gefällt es Dir. Ich glaube wir hatten in unserer Vorsicht das Wasser die letzten Male etwas zu kühl tempariert. Wohlig warm gefiel dir besser. Um dir die Angst vor dem Wasser zu nehmen habe ich dich einfach mit in die Wanne genommen. So kam ich zwar nicht zu meiner dringend nötigen Entspannung, aber dafür hat es uns beiden richtig Spass gemacht. Wenn wir dich in der kleinen Baby-Badewanne baden stößt du dich immer gerne am "Beckenrand" mit den Füßen ab. Na also... doch eine Schwimmerin wie der Papa! Nach dem Rückenschwimmen bringe ich Dir nächste Woche Butterfly bei. 

maya baby baden klappt besser