Seit wir eine Tochter haben, hat sich viel verändert:
- In Prospekten sucht man nach Sonderangeboten für Babynahrung und Windeln und achtet darauf, wo man doppelte Payback Punkte erhält.
- Man geht als Mann in Drogeriemärkte und findet die Windel und Babynahrung im Schlaf.
- Man betritt zum ersten mal einen Alnatura-Laden und regt sich tierisch über die unverschämten Preise auf!
- Einkaufen in der Innenstadt dauert doppelt so lange wie bisher, weil man sich mühsam eine Schneise mit dem Kinderwagen frei machen muss und in allen Geschäften ewig auf den Aufzug warten muss. Dort steht meist schon eine Schlange, so das man erst bei der zweiten oder dritten Fuhre mitfahren kann.
- Egal wo ich hinschaue, sehe ich nur schwangere und frisch geschlüpfte Babys. Sind mir diese Nachwuchsfluten vorher einfach nur nicht aufgefallen und wie kann es sein, das man von Geburtenschwachen Jahrgängen redet. Für Freiburg kann das nicht gelten.
- In der ganzen Wohnung sind an allen strategisch wichtigen Punkten Spucktücher und Schnuller platziert.
- Ich bin plötzlich bereit meinen ziemlich unnötigen, aber prolligen 1500DM Surround-Verstärker gegen eine billige All-in-One Anlage einzutauschen. Die Vernunft hat gesiegt.
- Die Wohnung wird langsam, aber sicher auf ein quirliges rothaariges herum wuselndes Mädchen vorbereitet, das alles herunterreißt, was in Reichweite der Patschehändchen liegt.
- Unser bisher als Büro und Gerümpel-Kammer genutztes 3. Zimmer wurde in ein Kinderzimmer umgewandelt und somit der Arbeitsplatz ins Wohnzimmer verlegt, was leider zu ständiger Zettel-Wirtschaft auf dem Wohnzimmertisch führt.
- Todgeglaubte Verwandte und Bekannte melden sich plötzlich wieder.
- Nahezu jedes Wochenende ist durch Besuche verplant.
- Partys enden für uns deutlich früher als bisher, denn Mama und Papa brauchen ihren Schlaf.
- Man wird von wildfremden Personen beim Einkaufen angesprochen und hat sofort ein Gesprächsthema.
- Man ertappt sich dabei jeden Satz mehrmals zu wiederholen. „Ja, wo ist die Maya, ja wo ist die Maya? Kuckuck“, „Gehen wir Adda, na, gehen wir Adda, Maya?“Wieso zum Henker wiederholt man sich da eigentlich ständig. Ist nicht nur bei mir so, ist bei Judith das gleiche.
- Urin, Kot und Erbrochenes haben ihren Schrecken verloren und sind Alltag. Jeder Papa wird früher oder später angepupst und gepinkelt, vom fast täglichen wegwischen von „Bäuerchen mit Material“ brauche ich ja gar nicht erst sprechen.
- Man denkt über die Montage von Schränken an der Decke nach um die CD-Sammlung und PC/HiFi Geräte in Sicherheit zu bringen.
- Man hat Angst das „zu Bett gehen Ritual“ zu verpassen, wenn man länger arbeiten muss.
- Man meldet sich bei Wikipedia als Editor an um den Begriff „Ausschlafen“ neu zu definieren und aktualisiert ihn auf 8 Uhr.
- Die Bandscheiben sprechen plötzlich mit einem, weil man den Nachwuchs ständig herumträgt.
- Man wird extrem Multi-Tasking fähig. Telefonieren, tippen und Kind beschäftigen gleichzeitig.
- Die Abneigung gegenüber Kinderbrei wird täglich beim öffnen der Gläschen bestätigt, denn egal was draufsteht… es riecht alles nach Hundefutter (bis auf das Süße Zeug, aber das gibt’s nur ganz selten mal).
- Wenn man mal eine Nacht ganz allein für sich hat, schläft man unruhig und macht sich Gedanken, ob bei Oma und Opa wohl alles gutgegangen ist. Man stellt sich vor, wie Oma die ganze Nacht die Kleine durch die Gegend getragen hat und einem nachher mit blut-unterlaufenen Augen und zerzausten Haaren die Tür öffnet und sagt: „Da, nimm… ich kann nicht mehr“. Ist natürlich totaler Quatsch, denn es klappt ausgesprochen Stress frei, aber so sind Eltern nunmal. Man möchte ja auch niemandem zur Last fallen.
- Man freut sich Abends nach Hause zu kommen und von einem breit grinsenden und glucksenden Sonnenschein begrüßt zu werden.
- Nebengeräusche im Radio werden ständig als Weinen aus dem Kinderzimmer gedeutet. Man entwickelt ein sehr feines Gehör für schrille Laute und wimmern, was sich aber manchmal mit Frequenzen aus der Popstars-Staffel überlagert.
- Es entbrennt ein unausgesprochener Wettstreit darüber wer dem Kind seine ersten Worte entlockt. „Sag mal: Hallo Papa!“
- Man ist so glücklich wie nie zuvor!

Kommentare zu "Was sich alles mit einem Kind ändert"